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Darstellung der Chancen- und Risikosituation

Jedes konsolidierte Risiko wird auf Basis einer 4x4-Matrix hinsichtlich Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Basierend auf dem Schadensausmaß und der Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes konsolidierte Risiko eine Risikoklassifizierung (niedrig, mittel, hoch) abgeleitet:

Risikomatrix
Risikomatrix (Organigramm)

Das stabile Portfolio an konsolidierten Risiken beinhaltet insgesamt 16 Risiken für das Geschäftsjahr 2022/23. Alle Risiken sind in der folgenden Übersicht dargestellt:

Themengruppe

Nr.

Konsolidierte Risiken 2022/23

Potenzielles Schadens­ausmaß

Eintritts­wahrschein­lichkeit

Risiko-
klassifi­zierung

Umfeld

#1

Strategische Risiken

Moderat

Gering

Niedrig

#2

Makroökonomische und politische Risiken

Wesentlich

Möglich

Hoch

#3

Unterbrechung der Geschäftstätigkeit

Bedeutend

Möglich

Mittel

#4

Sicherheitsrisiken

Geringfügig

Möglich

Niedrig

Nachhaltigkeit

#5

Umwelt- und soziale Risiken

Bedeutend

Möglich

Mittel

Handelsgeschäft

#6

Marktbetriebs- und FSD-Risiken

Bedeutend

Gering

Mittel

Immobilien

#7

Immobilienrisiken

Bedeutend

Möglich

Mittel

Lieferanten und Produkte

#8

Beschaffungsrisiken

Bedeutend

Gering

Mittel

#9

Qualitätsrisiken

Geringfügig

Unwahrscheinlich

Niedrig

Lieferkette

#10

Risiken in der Lieferkette

Geringfügig

Gering

Niedrig

Finanzen

#11

Finanzrisiken

Bedeutend

Gering

Mittel

Transaktionen

#12

Transaktionsrisiken

Geringfügig

Gering

Niedrig

Informations­technologie

#13

Datenrisiken

Geringfügig

Möglich

Niedrig

Personal

#14

Personalrisiken

Geringfügig

Gering

Niedrig

Steuern, Recht und Compliance

#15

Steuerrisiken

Geringfügig

Möglich

Niedrig

#16

Legal- und Compliance-Risiken

Geringfügig

Gering

Niedrig

Die Veränderungen der Risiken werden im Vergleich zum Geschäftsbericht 2021/22 in der Nettobetrachtung dargestellt.

Wie aus der Tabelle ersichtlich wird, wurde zum Berichtszeitpunkt von den 16 konsolidierten Risiken 1 Risiko als hoch, 6 Risiken wurden als mittel und 9 Risiken als niedrig klassifiziert. Im Nachfolgenden gehen wir im Detail auf die Chancen und Risiken ein. Dabei richten wir den Fokus auf diejenigen Risiken, die als hoch und mittel klassifiziert sind, sowie auf die Veränderungen im Berichtszeitraum.

Umfeld

Chancen aus globalem und diversifiziertem Geschäftsmodell

Das diversifizierte Länderportfolio von METRO, das zu große Einzelabhängigkeiten von bestimmten Ländern ausschließt, bietet in der aktuellen wirtschaftlichen Situation einen Wettbewerbsvorteil ggü. anderen, lokal aufgestellten Marktteilnehmern. METRO kann durch die globale Aufstellung zudem flexibel auf Änderungen der globalen Lieferketten reagieren, bspw. über die Nutzung der regionalen Handelsbüros.

Ebenso ist das diversifizierte Multichannel-Geschäftsmodell im Wettbewerbskontext optimal aufgestellt, um den Herausforderungen der Kunden zu begegnen. Dem gestiegenen Kostenbewusstsein der Kunden steht die Eigenmarken- und Preisstrategie für das stationäre Geschäft gegenüber.

Strategische Risiken (#1)

Strategische Risiken beinhalten Risiken im Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell des Konzerns, der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Digitalisierung. Das Verpassen von wesentlichen Trends für neue Vertriebsformate und -kanäle sowie in unserer Sortiments- und Eigenmarkenstrategie kann zusätzliche Risiken darstellen.

Chancen aus der Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen weltweit oder in Ländern, in denen METRO vertreten ist, sowie Verbesserungen im Freihandel könnten sich positiv auf Umsatz, Kosten und Ergebnis auswirken. METRO ist in vielen Ländern vertreten, in denen wir von solchen Entwicklungen profitieren würden. So könnten sich Chancen durch eine anhaltende positive geopolitische und makroökonomische Entwicklung ergeben.

Makroökonomische und politische Risiken (#2)

METRO unterliegt als international agierendes Unternehmen den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist. Wechsel in der politischen Führung oder wirtschaftliche Ungleichgewichte könnten die Geschäfte von METRO gefährden. Der Krieg in der Ukraine beeinträchtigt nach wie vor die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden sowie die Integrität der Geschäfte und Lieferketten. Aus der fortgeführten Präsenz von METRO in Russland ergeben sich politische und Reputationsrisiken. Im Hinblick auf das Geschäft in Russland ergeben sich Risiken durch Sanktionen, Gegensanktionen und staatliche Eingriffe in den Geschäftsbetrieb bis hin zu einer potenziellen Enteignung infolge der Kriegsentwicklung.

Aktuelle politische Maßnahmen zur Abmilderung der derzeitigen Inflation und Energiekosten können sich über Preisobergrenzen für Grundnahrungsmittel oder Margenbegrenzungen auf die Geschäftstätigkeit von METRO auswirken.

Auch Regelungen nationaler Mehrwertsteuersysteme stehen hinsichtlich des Ziels stabiler Haushalte zur Diskussion. Eine mögliche Folge wäre die Erhöhung der Steuersätze u. a. für die Gastronomie mit spürbaren Preissteigerungen und potenziellem Nachfragerückgang, der METRO direkt betreffen würde.

Der aktuell in Diskussion befindliche Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rats zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr würde sich in seiner aktuellen Fassung über die Kappung der Zahlungsziele auf 30 Tage negativ auf unsere Liquidität auswirken und somit zu erhöhten Zinsaufwendungen und zu einer Verschiebung von Lieferanten- zu Finanzverschuldung führen. Wir stehen auf nationaler wie EU-Ebene im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, insbesondere über Verbände, um auf die beschriebenen Auswirkungen der Regulierung aufmerksam zu machen.

Die kontinuierliche Überwachung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sowie die Überprüfung unserer strategischen Ziele ermöglichen es uns, rechtzeitig und angemessen zu reagieren.

  • Details zur Einschätzung der weiteren Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds finden sich im Kapitel 3 Prognosebericht.

Unterbrechung der Geschäftstätigkeit (#3)

Unsere Geschäftstätigkeit kann durch Naturkatastrophen oder den Ausfall unserer IT-Systeme beeinträchtigt bzw. unterbrochen werden. Hierbei finden mögliche Cyberangriffe besondere Beachtung. Je nach Schweregrad des Angriffs können wichtige Geschäftsabläufe wie Einkauf, Verkauf sowie die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Entitäten von METRO beeinträchtigt sein. IT-Systeme für den Onlinehandel müssen ständig verfügbar sein, da dieser eine permanente Erreichbarkeit, auch außerhalb von Ladenöffnungszeiten, voraussetzt.

Aufgrund der Schwere des Cyberangriffs im Herbst 2022 und der Erkenntnisse aus den Wiederherstellungsmaßnahmen ist das Risiko hinsichtlich des Schadensausmaßes von moderat (> 50–100 Mio. €) auf bedeutend (> 100–300 Mio. €) gestiegen. Im Anschluss an den Cyberangriff wurden weitere Maßnahmen zur generellen Absicherung gegen Cyberangriffe umgesetzt, weshalb sich die Eintrittswahrscheinlichkeit von wahrscheinlich (> 50 %) auf möglich (> 25–50 %) reduzierte. Bei allen IT-Sicherheitsmaßnahmen ist das übergeordnete Ziel, die Betriebsbereitschaft jederzeit zu gewährleisten bzw. schnellstmöglich wiederherzustellen.

Ein professionelles Krisenmanagement, wie z. B. durch Business Continuity Management, ermöglicht zudem eine schnelle Reaktion, die Bewältigung der Krise und damit den Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden. Dazu gehören u. a. Kommunikations- und Evakuierungspläne sowie Schulungen und Handlungsanweisungen. Soweit möglich und sinnvoll, versichern wir uns gegen den Verlust von Sachwerten sowie drohende Umsatz- und Ertragsverluste infolge von Betriebsausfällen.

Sicherheitsrisiken (#4)

Sicherheitsrisiken beinhalten neben kriminellen Aktivitäten, Terror und Unruhen auch das Thema Betriebssicherheit bzw. Gefährdung von Leib und Leben durch fehlende oder unangemessene Sicherheitsmaßnahmen. Die Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine werden unter Risiko #2 „Makroökonomische und politische Risiken“ behandelt.

Nachhaltigkeit

Chancen aus nachhaltigem Wirtschaften

Unsere Gesellschaft ist mehr denn je wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen ausgesetzt. Gleichermaßen erleben wir, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel dazu ist, diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln. METRO betreibt ein aktives Nachhaltigkeitsmanagement, um Nachhaltigkeit im Kerngeschäft systematisch zu verankern. Unsere größten Hebel liegen in der Verringerung unserer CO2-Emissionen und von Lebensmittelabfällen, was wir u. a. durch Ausbau energiesparender Infrastruktur und Logistik, Anpassung des Sortiments und seiner Verpackungen sowie durch operative Maßnahmen zur Lebensmittelprävention forcieren. Mit der Sicherstellung von Umwelt- und Sozialstandards durch verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement stärken wir die Robustheit unserer Lieferketten und fördern gleichzeitig lokale Strukturen. Unsere Nachhaltigkeitsbemühungen werden im Rahmen von Ratings bewertet, um Transparenz für Investoren und andere Adressaten zu schaffen.

Umwelt- und soziale Risiken (#5)

Regulatorisch und gesellschaftlich verschärfen sich die Anforderungen, menschenrechts- und umweltbezogene Sorgfaltspflichten einzuhalten.

Das Erreichen von Umwelt- und Klimazielen ist aufgrund weiterhin bestehender Unsicherheiten bei der Rohstoffversorgung sowie daraus resultierender möglicher Unterbrechungen in den Lieferketten eine Herausforderung. Auch für unsere Lieferanten könnte die Einhaltung ihrer Verpflichtungen, wie etwa Emissionsverringerungsziele, anspruchsvoll sein. Gleichzeitig bedingt unser operatives Geschäft Treibhausgasemissionen, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Mit neuen gesetzlichen Verpflichtungen wie z. B. aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ergeben sich Risiken aus der Verletzung nationaler sowie perspektivisch europäischer Lieferkettenvorgaben aufgrund möglicher Nichtbeachtung von Sozial- und Umweltaspekten in der Lieferkette oder im eigenen Geschäftsbereich. Das Verfehlen sozial- und umweltbezogener Ziele und Verpflichtungen kann außer zu Bußgeldern und Reputationsschäden auch zu einem eingeschränkten Zugang zu Finanzierungsinstrumenten führen. Die neuen Sorgfaltspflichten können zudem Auswirkungen auf das Lieferantenspektrum haben, wenn dies als Maßnahme zur Mitigation von Risiken in der Lieferkette angezeigt ist. Daraus ergeben sich potenziell Risiken für die Stabilität unserer Lieferketten.

Weitere Risiken resultieren aus zunehmenden Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette, die bei Nichteinhaltung zu möglichen Geldstrafen oder zum Verkaufsverbot der betroffenen Waren führen. Um den Risiken entgegenzuwirken, hat METRO umfassende Maßnahmen ergriffen, wie z. B. die Etablierung eines entsprechenden Sozialstandardprogramms und Rückverfolgbarkeitskonzepts, von Energieeffizienz- und Sensibilisierungsmaßnahmen zur Verringerung der Emissionen sowie eines zusätzlichen Unternehmensbudgets für Länderinitiativen zur Implementierung neuer umweltfreundlicher Technologien.

Handelsgeschäft

Chancen aus Digitalisierung und Innovationen

METRO fokussiert sich darauf, in einem volatilen Umfeld die zukünftigen Herausforderungen der Kunden frühzeitig zu identifizieren und zu adressieren. Innovationen und Digitalisierung stellen für uns hervorragende Ansatzpunkte zur Wertsteigerung dar. Wir sind davon überzeugt, dass die voranschreitende Digitalisierung die Zukunft des Handels und der Geschäftsabläufe immer stärker beeinflussen wird. Daraus resultierend können neue Geschäftsmodelle entstehen, die uns wiederum vielfältige Chancen eröffnen.

Im Rahmen unserer sCore Strategie haben wir eine klare Digitalisierungsambition, in Form eines 40 %igen digitalen Umsatzanteils, definiert. Dabei liegt der Fokus auf Digitalisierungsinitiativen, die sich an unsere Kernkundengruppen HoReCa und Trader richten, indem wir unseren Kunden durch die Gesellschaft DISH Digital Solutions digitale Lösungen, wie die Plattform DISH (Digital Innovations and Solutions for Hospitality), zur Verfügung stellen. Mit DISH Digital Solutions sehen wir signifikante Chancen, von einer schneller voranschreitenden Digitalisierung im HoReCa- und Trader-Sektor wie auch in anderen Geschäftsbereichen zu profitieren. Mit unserer Geschäftseinheit METRO DIGITAL digitalisieren wir das Kerngeschäft stetig weiter. So entwickelt, optimiert und betreut METRO DIGITAL alle digitalen Lösungen, die von unseren Kunden und uns genutzt werden, wie z. B. unsere Apps METRO Companion oder M-Shop. Diese digitalen Lösungen ermöglichen Chancen für METRO zur Differenzierung ggü. dem Wettbewerb.

Chancen aus Kundenfokussierung

METRO hat einen klaren Fokus auf Großhandel und B2B-Kunden gelegt. Durch die Messung der Kundenzufriedenheit, z. B. mithilfe des etablierten Net Promoter Score und der systematischen Erfassung und Auswertung von Kundenanregungen, können wir Potenziale zur Verbesserung der Einkaufserfahrung und der Belieferung sowie allgemeine Trends identifizieren. Im Sinne der sCore Strategie entwickeln wir unseren Multichannel-Ansatz weiter. Dazu bauen wir das Belieferungsgeschäft aus und verstärken mit dem Online-Marktplatz von METRO MARKETS unsere E-Commerce-Aktivitäten. Wir verfolgen das Ziel, der Partner der Wahl für unsere Kunden zu sein, indem METRO Lösungen anbietet, die alle Aspekte der Geschäftstätigkeit der Kunden abdecken. Unsere verschiedenen strategischen Projekte haben das Ziel, Einkaufs- und Vertriebsprozesse weiter zu optimieren und Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Dadurch wollen wir die Werthaltigkeit von Vermögenswerten sicherstellen und damit den Herausforderungen des Geschäftsmodells begegnen.

Marktbetriebs- und FSD-Risiken (#6)

Die Märkte, in denen wir tätig sind, sind von einer hohen Veränderungsdynamik und einem intensiven Wettbewerb geprägt. Mangelnde Erfassung, Analyse und Nutzung von Kundendaten, nicht wettbewerbsfähige Preisgestaltung oder ein unzureichendes Dienstleistungsniveau können dazu führen, dass wir Kundenbedürfnisse verfehlen und somit unsere Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden.

Unzureichende Markt- und FSD-Prozesse können zu Ineffizienzen führen, die sich vor allem negativ auf die Lagerbestände, Gewinnspanne und Kundenzufriedenheit auswirken. Um den Risiken entgegenzuwirken, entwickeln wir, abgeleitet von der sCore Gruppenstrategie, länderspezifische Strategiepläne, die sich jeweils an den lokalen Gegebenheiten und Kundenbedürfnissen orientieren.

Um die Bedürfnisse professioneller Kunden zu adressieren, streben wir eine ganzheitliche Partnerschaft mit unseren Kunden an. Dazu zählen der Ausbau unseres Belieferungsgeschäfts, die kontinuierliche Umwandlung unserer Geschäfte in Multichannel Fulfilment Centres, die Weiterentwicklung unseres Franchise-Konzepts in ausgewählten Märkten, der Online-Marktplatz von METRO MARKETS und Initiativen zur Digitalisierung unserer Kunden auf DISH sowie Finanzdienstleistungen der METRO Financial Services.

Immobilien

Chancen aus Wertsteigerung

Zum 30. September 2023 umfasste das Standortnetz 625 Standorte, davon 529 Out-of-Store-Standorte (OOS), und 76 Depots. Rund die Hälfte der Standorte befindet sich im Eigentum. Langfristiges Wertsteigerungspotenzial für unser Unternehmen sehen wir in möglichen Projektentwicklungen unserer Bestandsimmobilien sowie in einer optimierten Bewirtschaftung.

Immobilienrisiken (#7)

Die wirtschaftlich angespannte Lage und steigende Zinsen erschweren Immobilientransaktionen und können zusätzlich zu Risiken bei der Immobilienentwicklung führen. Dies betrifft uns insbesondere beim Ausbau unserer Märkte zu Multichannel Fulfilment Centres und Depots für das Belieferungsgeschäft. Des Weiteren könnten verzögerte Reparatur- und Wartungsarbeiten zu Gesetzesverstößen, Wertminderungen der Immobilien und Reputationsschäden führen. Dem begegnen wir mit strategischem und operativem Immobilienmanagement. Hierzu führen wir regelmäßige Bewertungen der Immobilien hinsichtlich Wert und Ertrag sowie vorausschauende Investitionsplanungen durch. Die Sicherheit und die Gesundheit von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern können durch Mängel an den Immobilien gefährdet sein. Wir ergreifen wirksame Maßnahmen, um potenziellen Unfällen und gesundheitlichen Schädigungen vorzubeugen und so für ein sicheres und gesundes Umfeld zu sorgen. Dazu führen wir Gefährdungsbeurteilungen durch und erstellen eindeutige Regelwerke und Verfahrenskataloge. Die Umsetzung unterstützen wir durch regelmäßige Schulungen, interne Kontrollen wie regelmäßige Sicherheits- und Arbeitsschutzbegehungen sowie externe Kontrollen wie Standsicherheitsbegehungen.

Aufgrund der Stabilisierung der Energiepreise ist das Risiko hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit von wahrscheinlich (> 50 %) auf möglich (> 25–50 %) gesunken. Auch wenn sich die Energiemärkte derzeit auf hohem Preisniveau stabilisiert haben, ist es nicht auszuschließen, dass es in Zukunft wieder zu einer Erhöhung der Energiekosten kommt. Um den Verbrauch und die damit verbundenen Kosten zu reduzieren, wurden umfangreiche Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt. Ergänzend werden neue Fotovoltaikanlagen in Betrieb genommen.

Zusätzlich können strengere Gesetzgebungen bei Umweltstandards, wie z. B. das Gebäudeenergiegesetz (GEG), zu höheren Kosten in unterschiedlichen Bereichen im Bauwesen und Energiemanagement führen, etwa durch den vorzeitigen Austausch von Kälteanlagen.

Lieferanten und Produkte

Chancen aus nachhaltiger Beschaffung

Für uns und immer mehr Kunden sind neben Qualität und Sicherheit zunehmend die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Produkte und ihrer Herstellungsprozesse ein wesentliches Auswahlkriterium. Unser Ziel ist es, ressourcenschonende Herstellung sowie sozial verträgliche Arbeitsbedingungen innerhalb unserer Beschaffungskanäle sicherzustellen. METRO verfolgt eine konzernweite, produktübergreifende Einkaufspolitik mit zusätzlichen Anforderungen für kritische Rohstoffe, um ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Lieferketten- und Beschaffungsmanagement sicherzustellen.

Chancen aus höherer Eigenmarkenpenetration

Eigenmarken sind ein zentrales Element in der Strategie von METRO, den Erfolg unserer Kunden zu erhöhen. Mit Eigenmarken können wir hohe Qualität zu günstigeren Preisen bieten und damit sowohl die Profitabilität unserer Kunden als auch die eigene Profitabilität steigern. Potenzielle wirtschaftliche Einschränkungen und ein erhöhter Preisdruck auf unsere Kunden, z. B. als Folge der Inflation, könnten die Nachfrage nach Eigenmarken erhöhen und somit positive Effekte auf die Profitabilität von METRO haben.

Beschaffungsrisiken (#8)

Produktionsausfälle, Störungen der Lieferketten wie auch internationale Preisschwankungen bei Rohstoffen und Energiepreisen als Ergebnis geopolitischer Instabilitäten können zu einer Nichtverfügbarkeit von Gütern, Unterbrechung der Lieferketten und unerwarteten Preisschwankungen mit destabilisierender Wirkung auf unser Geschäft und das unserer Partner führen.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken, initiiert METRO Projekte, die die Beschaffungsaktivitäten der Länder durch Bündelung unterstützen, dadurch Partnerschaften mit Lieferanten stärken und die Verfügbarkeit von Waren und deren Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dies wird unterstützt durch Sortimentsoptimierung und Eigenmarkenentwicklung. Weiterhin sind wir dank unserer globalen Abdeckung in der Lage, für Schlüsselprodukte geeignete alternative Bezugsquellen zu finden. Bei Neuverhandlung auslaufender Verträge versuchen wir die Lieferanten zu verpflichten, sich auf Fälle höherer Gewalt ausreichend vorzubereiten, um die Belieferung zu gewährleisten. Besondere Beachtung schenken wir allen spezifischen Preiskomponenten in der Vorbereitung von Verhandlungen, um bessere Einkaufspreise durchzusetzen.

Qualitätsrisiken (#9)

Die Qualitätsrisiken beinhalten Risiken in Bezug auf die Qualität der angebotenen Produkte, Transport und Lagerung, sofern diese zu einer Beeinträchtigung der Warenqualität oder Lebensmittelsicherheit führen.

Lieferkette

Risiken in der Lieferkette (#10)

Risiken in der Lieferkette beinhalten Themen im Zusammenhang mit Logistik, Transport und Lagerung wie z. B. steigende Transportkosten oder ein unzureichendes Management von Logistikdienstleistern.

Finanzen

Finanzrisiken (#11)

Unerwartete externe Einflüsse auf unsere Geschäftstätigkeit oder andere Veränderungen des Geschäftsumfelds können ohne rechtzeitige Gegensteuerung dazu führen, dass wir unsere Planzahlen nicht erreichen. Außerdem kann eine verspätete Erkenntnis über solche Veränderungen dazu führen, dass falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Den Risiken wirken wir entgegen, indem wir die strategische Planung mit dem Budgetprozess eng verzahnen, ein sehr enges Monitoring zur Einhaltung des Budgets durchführen, effektive interne Kontrollen definieren und die Kontrollgremien stark einbeziehen.

Aufgrund unseres vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahres verfügen wir früh über eine hohe Planungssicherheit, da das ertragreiche Weihnachtsquartal bereits am Anfang des Geschäftsjahres steht.

Die derzeitige globale Bekämpfung der Inflation führt u. a. zu einem Anstieg der Leitzinsen und erhöht somit das Risiko von steigenden Zinsaufwendungen für Finanzierungsinstrumente. Aufgrund der bereits reduzierten Bruttoverschuldung ist dieses Risiko als begrenzt zu bewerten. Um auf Änderungen zeitnah reagieren zu können, findet eine kontinuierliche Überwachung der eigenen Finanzierungspositionen sowie der Geld- und Kapitalmärkte statt.

Darüber hinaus stellen mögliche Ausfälle von Geschäftspartnern und Kunden ein finanzielles Risiko dar. Um das Ausfallrisiko von Forderungen ggü. unseren Kunden zu minimieren, entscheiden wir über die Höhe der gewährten Zahlungsziele auf Basis eines umfassenden internen Scorings sowie – soweit verfügbar – externer Informationen.

Das Ausfallrisiko für externe Anlagen bei Kreditinstituten reduzieren wir, indem wir die Limite in Abhängigkeit von den Ratings und Credit Spreads festlegen.

Durch die kontinuierliche Überwachung des gesamten Forderungsbestands gewährleisten wir jederzeit eine risikoadäquate Anpassung der Zahlungsziele unserer Kunden und der Anlagelimite bei Kreditinstituten.

Desweiteren unterliegt METRO Preisänderungsrisiken, Liquiditätsrisiken, Bönitätsrisiken und Risiken aus Zahlungsstromschwankungen.

Transaktionen

Chancen aus Effizienzsteigerung und Portfoliovereinfachung

Unser Fokus auf den Großhandel könnte schneller als erwartet zu verbesserten Arbeitsabläufen entlang der Wertschöpfungskette führen und sich über eine Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken. Kooperationen (auch rein vertraglicher Natur) können helfen, operative Kosteneinsparungen zu generieren oder unseren Kunden Zugang zu innovativen Produkten zu ermöglichen.

Das Länderportfolio wird regelmäßig hinsichtlich der Erreichbarkeit einer lokalen Marktführerschaft sowie der Attraktivität der jeweiligen Märkte beurteilt. In diesem Zusammenhang hat METRO im Geschäftsjahr 2022/23 das Geschäft in Indien verkauft.

Chancen aus Marktkonsolidierung und Zukäufen

Den Fokus legt METRO zukünftig auch auf Investitionen zur Stärkung der Großhandelsgeschäfte. Dadurch wollen wir unsere führende Position in vielen Märkten weiter festigen und ausbauen. Wir erwarten, dass sich die Konsolidierung der Großhandelsmärkte in vielen unserer Portfolioländer fortsetzen wird. So hat METRO im abgelaufenen Geschäftsjahr das Belieferungsunternehmen JHB in Skandinavien akquiriert. Auch unsere bestehenden Minderheitsbeteiligungen bieten Chancen, weitere Wertsteigerungen zu erzielen, etwa wenn sich Start-up-Unternehmen sehr positiv entwickeln.

Transaktionsrisiken (#12)

Die Transaktionsrisiken beinhalten alle Risiken, die sich aus dem Kauf und Verkauf von Unternehmen(santeilen) ergeben. Dazu gehören rechtliche und steuerliche Risiken, Garantien, Einmal- und Remanenzkosten oder auch Reaktionen des Markts auf die Transaktionen. Im Zusammenhang mit der Konzernaufteilung der METRO GROUP im Jahr 2017 können sich Nachhaftungsrisiken ggü. der CECONOMY AG ergeben.

Aufgrund des niedrigeren Transaktionsvolumens sowie des Wegfalls von Garantieansprüchen und Steuerforderungen aus mehreren vergangenen Transaktionen hat sich das Risiko hinsichtlich des Schadensausmaßes von bedeutend (> 100–300 Mio. €) auf geringfügig (≤ 50 Mio. €) verringert und in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit von möglich (> 25–50 %) auf gering (≥ 10–25 %) reduziert. Aufgrund der Veränderungen wurde das Risiko nun als niedrig eingestuft.

Informationstechnologie

Datenrisiken (#13)

Datenrisiken beinhalten Risiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Datensicherheit sowie Risiken in Bezug auf die Richtigkeit, Vollständigkeit und Verfügbarkeit der Daten, die zur Gewährleistung einer erfolgreichen Nutzung von konzerneigenen Daten notwendig sind. Datendiebstahl oder -manipulation durch Unbefugte im Rahmen von Cyberangriffen können außerdem zu Datenschutzverletzungen und somit zu Bußgeldern und Reputationsrisiken führen.

Personal

Personalrisiken (#14)

Personalrisiken beinhalten Risiken im Zusammenhang mit der Personalorganisation, der Rekrutierung und Bindung von Personal, der angemessenen Vergütung und dem Austrittsprozess. Darüber hinaus werden Risiken in Bezug auf die Unternehmenskultur berücksichtigt.

Steuern, Recht und Compliance

Steuerrisiken (#15)

Steuerrisiken können vornehmlich im Zusammenhang mit der Würdigung von Sachverhalten durch die Finanzverwaltung (inkl. Verrechnungspreissachverhalten) entstehen. Darüber hinaus können sich Risiken durch die Auslegung umsatzsteuerlicher Regelungen ergeben. Aufgrund der veränderten Risikozusammensetzung ist die Eintrittswahrscheinlichkeit von gering (≥ 10–25 %) auf möglich (> 25–50 %) gestiegen.

Legal- und Compliance-Risiken (#16)

Zu Legal- und Compliance-Risiken gehören Risiken im Zusammenhang mit Kartellrecht, Korruption, Betrug, Geldwäsche und unfairen Handelspraktiken sowie allgemeine rechtliche Risiken.

Eigenmarken
Von einem Handelsunternehmen entwickelte und markenrechtlich geschützte Markenartikel mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Eigenmarkenumsatzanteil ist eine der Kernkennzahlen, die METRO zur Messung und Überprüfung des Umsetzungsstands der sCore Strategie nutzt. Sie zeigt den Umsatzanteil der Eigenmarkenartikel am Gesamtumsatz (auf Basis des Warenwirtschaftssystems) ohne das Segment Sonstige.
Glossar
Food Service Distribution (FSD)
Mit dem Kanal FSD (Food Service Distribution) hat METRO ihr Angebot im B2B-Bereich in den letzten Jahren erweitert. Über das traditionelle Angebot im stationären Geschäft hinaus arbeitet METRO, basierend auf vertraglichen Vereinbarungen, mit ausgewählten Profikunden im FSD-Kanal zusammen, um diese regelmäßig mit Food-Produkten (und teilweise Non-Food-Produkten) zu beliefern. Mit dem FSD-Kanal ist METRO in die primäre Versorgung professioneller HoReCa-Kunden eingestiegen; in ausgewählten Märkten steht der FSD-Kanal auch professionellen Trader-Kunden offen. Der FSD-Umsatzanteil am Gesamtumsatz des Konzerns ist eine der Kernkennzahlen, anhand der METRO den Stand der Umsetzung der sCore Strategie misst und überprüft.
Glossar
HoReCa
Kurzform für Hotels, Restaurants und Cateringunternehmen sowie Bars, Cafés und Kantinenbetreiber. Der HoReCa-Bereich ist eine der Kernkundengruppen von METRO und zählt zu den strategischen Kunden im Rahmen der sCore Wachstumsstrategie.
Glossar
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
Das am 1. Januar 2023 in Deutschland in Kraft getretene Gesetz legt klare Anforderungen für die Sorgfaltspflichten von in Deutschland ansässigen Unternehmen zur Einhaltung grundlegender Menschenrechts- und Umweltstandards (z. B. Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit) fest.
Glossar
Multichannel-Geschäftsmodell
Verzahnung von stationären Großmärkten, deren Sortimente sich konsequent an professionelle Kunden richten, mit dem Belieferungsgeschäft und den digitalen Lösungen. Durch die Kombination aus Abhol- und Zustellgeschäft bedienen wir die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich. Der Online-Marktplatz METRO MARKETS erweitert unsere Belieferungslösung um Non-Food-Produkte mit dem Schwerpunkt auf die Bedarfe der HoReCa-Kunden. Das Multichannel-Geschäftsmodell ermöglicht es METRO, ihren Kunden ein ganzheitliches Einkaufserlebnis als Geschäftspartner anzubieten.
Glossar
Net Promoter Score (NPS)
Kennzahl, die den Erfolg und die Kundenzufriedenheit eines Unternehmens misst. Mit einer standardisierten Kundenumfrage wird eine Bewertung von Kunden eingeholt, aus der sich ein unternehmensübergreifend vergleichbarer Messwert ermitteln lässt. Der Net Promoter Score der strategischen Kunden (HoReCa und Trader) in den METRO Ländern ist eine der Kernkennzahlen, die METRO zur Messung und Überprüfung des Umsetzungsstands der sCore Strategie nutzt. Der NPS-Wert wird durch Subtraktion des Prozentsatzes der Kritiker vom Prozentsatz der Befürworter ermittelt.
Glossar
Trader
Der Begriff Trader bezeichnet bei METRO die Kundengruppe der unabhängigen Wiederverkäufer wie kleine Lebensmittelläden, Kioske, Street-Food-Händler sowie Tankstellen und Großhändler. Trader sind eine der Kernkundengruppen von METRO und zählen zu den strategischen Kunden im Rahmen der sCore Wachstumsstrategie.
Glossar
sCore Strategie
Wachstumsstrategie von METRO, die bis zum Jahr 2030 ausgerichtet ist. Sie unterstreicht die ausschließliche Ausrichtung des Konzerns auf den Großhandel.
Glossar

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